Umzug

Jahaaa, definitiv. Neuer Bloganbieter. Endgültige neue Adresse:

---DIESE HIER---

Bis dann, bis dahin, bis später!

 

 

1 Kommentar 9.11.07 02:50, kommentieren

Ich schreib hier nicht mehr

weil ich woanders schreiben will.

Ich weiß auch schon: wo, noch nicht ganz: wie, aber: sicher bald. Ist kompliziert. Man wird sehen: hier. Ist klar. Bis dann.

 

7.11.07 00:55, kommentieren

Don´t go me on the Keks!

Was stimmt: dass ein Erasmusaufenthalt die Sprachkompetenz verbessert. Definitiv bin ich, schon nach zwei Wochen, deutlich kommunikationsfähiger als zuvor. Vor der Reise hätte ich allerdings angenommen, dass sich in Italien hauptsächlich mein Italienisch verbessern würde. Da aber die meisten Studenten, die ich hier kennenlerne, darin noch genau so schlecht sind, wie ich, fällt diese Sprache eigentlich völlig weg. Gelernt habe ich stattdessen:

- Irish-

- Scottish-

- und ein klein bisschen British-English

- die Tatsache, dass ich einen amerikanischen Akzent habe

- Zeichensprachenspanisch

- Österreichisch

- Steierisch (ja, oh ja: ist ein Unterschied)

- Ein paar Brocken Norwegisch

- Drei Wörter auf Holländisch

- Ein Wort auf Finnisch (ich kann nicht sagen, welches; es ist unanständig und am Ende versteht es noch jemand hier)

Meistens spreche ich alle gleichzeitig, mindestens immer zwei parallel. So macht man das hier, ab einem gewissen Promillepegel verschwimmen die Sprachbarrieren ohnehin und wenn man am nächsten Tag aufwacht, hat sich das linguale Zentrum, getrieben vom Alkohol, selbstständig neu programmiert. Es ist kein Grund zur Sorge, wenn man fortan einen sehr kruden Sprachmischmasch träumt - der Schaden ist zwar irreparabel, aber man gewöhnt sich daran. Sinnvoll wäre allerdings die Einführung einer verbindlichen Erasmussprache - sie wäre zwar komplizierter als Esperanto, aber viel intuitiver erlernbar.

Ich entwerfe mal ein Wörterbuch, in nächster Zeit.

24.10.07 01:13, kommentieren

Don´t press the button!

Wahrscheinlich kennt es das ganze Internet schon. Falls außer mir noch jemand bislang zu den Unwissenden gehörte: Abhilfe! Sehr witzig, wirklich. 

2 Kommentare 24.10.07 00:56, kommentieren

Bici, Bici!

Bologna übrigens: Die Stadt der Fahrräder. Alle haben eins, nur du nicht. Das hat Gründe: Deins wurde geklaut. Aber du kannst es dir wieder kaufen.

Ernsthaft: So ist das. Jeder hat hier stets ein Fahrrad, nur selten hat man einen Monat lang dasselbe. Die Räder zirkulieren, es ist ein ständiger Kreislauf und an der richtigen, der parasitenanfälligen Stelle sitzen die, sagen wir, "Vermittler". Die Vermittler sind freundliche Männer um die dreißig, die dich im Gewühl der Straßen am Ärmel zupfen und flüstern "Bici, Bici?" Anfangs glaubt man noch an undurchsichtige Drogengeschäfte und seltsame Drogennamen, bis man herausbekommt: Ganz normale Fahrradhändler. Sie führen einen meist zwei Straßen weiter. Dort stehen eine Menge Drahtesel, der Zustand ist wechselhaft, der Preis konstant: 10 Euro für ein neues Bici. Umlackieren sollte man allerdings auch.

Hört sich doch erstmal: Nicht schlecht an. Und im Gegensatz zu all den anderen Trotteln kannst du dir ja ein anständiges Schloss kaufen. Allerdings erzählte mir eine Bekannte heute, wie sie nach der Vorlesung zu ihrem neuerworbenen Fortbewegungsmittel zurückkehrte, dass sie auf der Hauptstraße (!) doppelt (!!) abgesperrt hatte - und dort einen ihr bekannten "Vermittler" antraf, der sich gerade mit einer Zange daran zu schaffen machte. Empört protestierte sie in mehreren Sprachen, doch das brachte den Mann nicht aus der Ruhe: Er sah sie nur etwas verstört an und bedeutete, er mache hier schließlich seine Arbeit. Erst auf nachhaltig deutliche Aufforderung zog er widerwillig ab.

Also: Hast du doch kein Fahrrad in Bologna. Oder immer ein neues. Wie alle anderen auch.

 

 

1 Kommentar 23.10.07 01:41, kommentieren

Diese Stadt ist

-teuer

-sehr teuer

-richtig teuer

-so teuer, dass ich noch genau 43 *eurozeichen, wo zum Teufel ist das auf der Tastatur?* habe, diesen Monat

-sehr rot

-gar nicht mal so groß

-schon ziemlich stolz auf sich

-trotzdem schön

 

 

22.10.07 00:30, kommentieren

Im Stadion

Der FC Bologna ist sowas wie Lokomotive Leipzig: Er passt qualitativ nicht zur Stadt. Man verleugnet ihn gern und hofft, er möge entweder irgendwann zu Ruhm und Ehre kommen oder sich einfach freiwillig auflösen (im Gegensatz zu Leipzig hat man hier außerdem zwei sehr erfolgreiche Basketballteams, auf die man sich konzentrieren kann). Während Lok Leipzig in irgendeiner Regionalliga dümpelt, hat es der hießige Klub zumindest in die Seria B geschafft - die allerdings ist im Jahresbudget mit den teutonischen Viertligisten vergleichbar. Und noch eine weitere Gemeinsamkeit besteht: Das Stadion ist bekannt als Treffpunkt der Ultras, Leipzigs und Bolognas rassistische Fanblocks sind weithin gefürchtet. So weit, so gut.

Dementsprechend sind die Sicherheitsvorkehrungen am Stadioneingang relativ radikal. Mein Pass wurde so oft kontrolliert, wie bei allen Grenzübertritten dieses Jahr zusammengerechnet. Man sollte meinen, eine Gruppe aus zwei Norwegern, einem Finnen, einer Irin, einer Ungarin, zweier Deutschen, einer Österreicherin, einem Holländers und einem Schotten sei nicht der Prototyp einer faschistischen Schlägergemeinschaft. Aber sicher ist sicher: Es dauerte fünf Minuten, bis der bullige Eingangskontrolleur überzeugt war, dass ich mit meinen zuckerfreien Karamellbonbons niemanden zu bewerfen im Sinn hatte, und der Schotte musste seine Kamera zweimal auseinanderbauen, um die Abwesenheit toxischer Substanzen oder geschickt minimierter Feuerwerkskörper zu beweisen. Dann: waren wir drin.

Dort: war es lustig. Das Stadion hat etwas vom Amphitheater, aber mehr das Alter als die Imposanz. Wir stießen auf Verrückte, die Fahnen verteilten, sie gaben uns welche, wir schwenkten, sie fragten, woher wir kämen, wir sagten es der Reihe nach, sie waren begeistert. In der Folge mussten wir Fußballvokabeln aus unseren jeweiligen Landessprachen in die bolognesischen Fangesänge einbauen. Je nach Spielsituation übersetzte ich "Kommt schon" "Auf gehts" "Schieß" und "Kleine Drecksau". Man sang begeistert, unsere Ungarin ging zur Pause Vereinsschals kaufen. Die Gegentribüne bestand aus 15 Fans, die ihr Transparent schon nach zwanzig Minuten einrollten.

In der zweiten Halbzeit begann es zu regnen, was die Irin an die Stadionbesuche in der Heimat erinnerte, und den Rest daran, dass die Regenklamotten sicher zuhause im Warmen lagen. Die Verrückten verabschiedeten sich von uns und begannen, auf die Zäune zu klettern, weil sonst so wenig los war, und hinter uns brüllte ein Mann um die 120 "Ar-ra-tak-ko, Ar-ra-tak-ko!", aber niemand wusste, welche Sprache das sein könnte. Später fand der Holländer heraus, dass sein Bier ein alkoholfreies war und die einzigen Getränke mit Prozenten, die man im Stadion erwerben konnte, kleine Kaffeedösschen mit Whyski. Glücklicherweise brachen wir um diese Zeit bereits auf, denn er schien wild entschlossen, sich die entgangene Angetrunkenheit mit allen Mitteln nachträglich zu holen. Den Norwegern war mit einem Mal kalt, was uns alle irritierte, und die italienische Busgesellschaft reagierte auf die überhöhte Nachfrage an Fahrgästen mit der völligen Einstellung des Angebotes. Nur dem kulinarischen Instinkt der Österreicherin ist es geschuldet, dass wir um die Ecke eine Geheimtipp-Pizzeria fanden, in der man richtiges Bier verkaufte, und Pizza, und warme Plätze am Holzofen. Als wir danach gestärkt zusammen saßen, fragte noch irgendwer nach dem Ergebnis des Spiels.

21.10.07 00:28, kommentieren


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